1. Konferenz "Prozessmanagement in der Assekuranz" (2006)
20.-21.11.2006 , Leipzig
Zunehmender Wettbewerb und Veränderungsdruck haben diesem in der Assekuranz lange Zeit vernachlässigten Thema neues Leben eingehaucht. Während weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass der Schlüssel zu kontrollierten Veränderungen in der Unternehmensorganisation in der Beherrschung der Prozesse liegt, bleibt das richtige Vorgehen für deren Planung, Steuerung und Kontrolle eine häufig kontrovers diskutierte Frage. Hierbei stellen weniger die verfügbaren Werkzeuge und Methoden oder die häufig groß dimensionierten Modellierungsaktivitäten ein Problem dar, sondern das Umdenken in den Köpfen der Verantwortungsträger. Denn Prozessmanagement bedeutet vor allem eines: eine veränderte Sichtweise auf die Organisation eines Unternehmens, in deren Mittelpunkt Kundenanforderungen und die Neuordnung der Verantwortlichkeiten und Kompetenzen in den bestehenden Hierarchie- und Machtstrukturen stehen.
Schwierigkeiten in den laufenden Initiativen zeigen sich daher vor allem in der personellen Verankerung der Prozessverantwortung, der Ressourcenzuteilung für Maßnahmen im Prozessmanagement und auch in der unzureichenden Unterstützung durch die Unternehmensleitung. Das Fehlen solcher Erfolgsfaktoren führt dazu, dass Akzeptanzprobleme und ein fehlendes Verständnis der Prozesssichtweise allgegenwärtig bleiben. Der Erkenntnisgewinn in den Unternehmen bezüglich der potenziellen Nutzeffekte durch Prozessmanagement steht häufig noch in Diskrepanz zu den tatsächlich durchgeführten Maßnahmen. So lassen sich nachhaltige Leistungssteigerungen auch nur dann erreichen, wenn Prozessmanagement nicht als Einmalaktion in Projektform, sondern als kontinuierlicher Zyklus etabliert wird. Im Sinne einer integrierten Unternehmenssteuerung gilt es zudem, Maßnahmen von Risiko- und Qualitätsmanagement mit den Aktivitäten im Prozessmanagement zu verzahnen. Die Auswahl der richtigen technologischen, methodischen und organisatorischen Unterstützung kann hierfür als Voraussetzung angesehen werden.
Von einem einheitlichen Vorgehen für das Prozessmanagement in der Assekuranz kann zum jetzigen Zeitpunkt kaum gesprochen werden. Zielstellungen und die Planung für das Prozessmanagement sowie das Vorgehen bei der Erfassung, Modellierung, Einführung und Steuerung von Prozessen sind häufig stark durch die bereits existierende Veränderungskultur der Unternehmen geprägt.
Diese Konferenz diente neben der Vorstellung der theoretischen Hintergründe und ausgewählter Ansätze aus der Versicherungspraxis insbesondere dem Erfahrungsaustausch und der aktiven Diskussion zwischen Fachleuten aus der Assekuranz.
Programm
T +49 (0) 341/ 124 55 -13
F +49 (0) 341/ 124 55 -99
M +49 (0) 172/ 3 69 89 68