Die Olympischen Sommerspiele – gut versichert ist halb gewonnen
2016 ist das Jahr der sportlichen Wettkämpfe. Nachdem mit der Fußball-EM das erste sportliche Highlight schon vorbei ist, steht nun das nächste in den Startlöchern: die Olympischen Sommerspiele in Brasilien. Die Spiele beginnen heute Abend und werden bis zum 21. August in Rio de Janeiro stattfinden. 10.900 Athleten aus 206 Ländern werden erwartet. Das Wettkampfprogramm wurde dieses Jahr um Rugby und Golf erweitert, sodass die Sportler nun in insgesamt 28 Disziplinen um eine der begehrten Medaillen kämpfen. Die Olympischen Spiele gelten als größte Veranstaltung der Welt. Natürlich ergeben sich daraus auch für die Versicherungswirtschaft eine Reihe interessanter Aspekte, die wir pünktlich zum Start beleuchten wollen.
Im Olympia-Fieber?
Das Zika-Virus ist ein schwer zu kalkulierendes Risiko. Dessen Berücksichtigung in den Versicherungspolicen stellt für Versicherer eine nahezu unüberwindbare Herausforderung dar. Das IOC profitiert jedoch davon, dass die entsprechenden Versicherungsverträge bereits vor mehreren Jahren unterzeichnet wurden. Im Falle von Masseninfektionen, die die Austragung der Olympischen Spiele nicht mehr verantwortbar machen, ist es somit vor den Folgen der ausbleibenden Olympischen Spiele geschützt. Bei aktuellen Policen sieht dies allerdings anders aus. Bereits im März dieses Jahres wurde bekannt, dass Versicherer nun explizit Ausfälle der Olympischen Spiele bzw. einzelner Wettkämpfe in Folge von Zika-Infektionen aus ihren Policen ausschließen. Wer bis dahin noch keine Versicherung abgeschlossen hat, muss sich damit zufrieden geben, keinen Versicherungsschutz zu genießen, falls die Veranstaltung aufgrund von Zika-Infektionen nicht stattfinden kann. Davon betroffen sind unter anderem Sponsoren, Hotels und Inhaber diverser Veranstaltungsorte – und das nicht nur im Rahmen der Olympischen Spiele. Auch bei anderen in Brasilien stattfindenden Events wie Konzerten, Messen, Ausstellungen und Konferenzen weigern sich Versicherer einen „Zika-Schutz“ anzubieten. Theoretisch wäre eine Police möglich, jedoch wären die Beiträge dafür extrem hoch und somit für die meisten unbezahlbar. Das IOC gab bekannt, bereits vor fünf Jahren Versicherungsschutz im Wert von ca. 800 Mio. US$ für eine Prämie von 13 Mio. US$ gekauft zu haben.
The Show must go on…
Wie gewonnen, so zerronnen?
Einen ganz besonderen Versicherungsschutz genießen die Sportler der USA. Der Versicherer Liberty Mutual Insurance gab bekannt, alle gewonnenen Medaillen der US-Amerikanischen Mannschaft zu versichern. Die Liberty Mutual versicherte bereits im Jahr 2014 die in Sotchi gewonnen Medaillen. Damals brachten die US-Sportler 100 Medaillen nach Hause – keine davon wurde allerdings zum Schadenfall. Während der ideelle Wert einer jeden Medaille enorm hoch ist, hält sich die Höhe des materiellen Wertes in Grenzen. Die hart umkämpften Goldmedaillen bestehen nur zu 1 % aus Gold und haben somit nur einen Wert von jeweils 560 US$. Eine Silbermedaille ist sogar nur 320 US$ wert. Verliert oder beschädigt ein Athlet seine Medaille, übernimmt die Liberty Mutual die Kosten, die das IOC aufbringen muss, um einen Ersatz herzustellen. Die Produktionskosten einer neuen Medaille können sich dabei auf bis zu 1400 US$ belaufen.