Mobilität: Zahlen | Fakten | Trends

Vor Corona waren die Menschen sehr mobil: Laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) waren 89,3 Prozent der Deutschen im Jahr 2019 täglich unterwegs. Den größten Anteil des Verkehrsaufkommens machte der MIV (motorisierter Individualverkehr) aus, über 54 Prozent der täglichen Wegstrecke wurden so zurückgelegt. Für das Jahr 2020 registrierte das BMVI eine Fahrleistung (= Gesamtstrecke, die von Verkehrsmitteln pro Jahr zurückgelegt wird) von 764 Kilometer je Pkw. Dieser im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringere Wert ist in erster Linie den corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zuzuschreiben. Die Corona-Krise schränkte die individuelle Mobilität im Jahr 2020 deutlich ein. Fast jeder Fünfte fühlt sich laut einer Umfrage des ADAC durch die Einschränkung in seiner Mobilität belastet.

Typ:
Blogartikel
Rubrik:
Produktmanagement
Themen:
Mobilität Kfz-Versicherung
Mobilität: Zahlen | Fakten | Trends

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist für alle Kraftfahrzeughalter verpflichtend und stellt den größten Vertragsbestand im Kompositversicherungsbereich dar. Zuzüglich Kasko- und Kraftfahrt-Unfall-Policen zählte die Kfz-Versicherung 2020 122,8 Millionen Verträge und setzte damit die positive Bestandsentwicklung der vergangenen Jahre fort. Im Zuge der Corona-Krise müssen viele Kfz-Versicherer weniger Schäden regulieren, auch bieten einige Versicherer die Rückererstattung von Prämien aufgrund der reduzierten Fahrleistung an.

In Anlehnung an unser Themendossier „Zahlen, Daten, Fakten – Mobilität“ möchte ich im Beitrag noch einmal spannende Fakten zusammentragen und zeigen, wie sich Mobilität in Deutschland gestaltet und weiterentwickelt.

Der Mensch ist immer unterwegs 

Wir leben in einem mobilen Zeitalter. Immer häufiger liest man auch vom multimodalen Zeitalter, in dem der Mensch auf verschiedenste Mittel und Wege setzt, um zu seinem (räumlichen) Ziel zu gelangen. Laut dem Bericht 2019/20 des deutschen Mobilitätspanels, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegeben wurde, lag 2019 die durchschnittliche Verkehrsbeteiligung der Deutschen (es wird mindestens ein Weg pro Tag zurückgelegt) bei 89,3 Prozent. An Wochentagen ist die Beteiligung mit 92,6 Prozent höher als am Wochenende (81,0 Prozent). Erwartungsgemäß ist der Anteil der mobilen Personen unter den 18- bis 35-Jährigen sowie 36- bis 60-Jährigen am höchsten.

Die Mobilität im steten Wachstum – ist das so?

Waren seit den 1990er Jahren eine stetige Zunahme von Mobilität und Verkehrsaufkommen zu verzeichnen, so pendelt sich diese Entwicklung allmählich ein. Erkennbar wird dies unter anderem an der Gesamtfahrleistung (= Gesamtstrecke, die von Verkehrsmitteln wie Pkw pro Jahr zurückgelegt wird). Den aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zufolge betrug diese für Kraftfahrzeuge im Jahr 2019 755 Milliarden Kilometer – im Vergleich zu 2002 ein Anstieg um knapp 10 Prozent.

Wird die Fahrleistung mit der Zahl der beförderten Personen multipliziert, ergibt das den Verkehrsaufwand in Personenkilometern. Dieser Wert flacht derzeit in seinem Wachstum ab. Für das Jahr 2018 wurden 1.182 Milliarden Personenkilometer ermittelt, was im Vergleich zu 1991 dennoch einen Zuwachs von 35 Prozent darstellt. Darunter stieg allein der Verkehrsaufwand durch den Luftverkehr um 211,5 Prozent an. Die untenstehende Grafik schlüsselt den Modal Split des motorisierten Personenverkehrs für die Jahre 2013, 2019 sowie eine Prognose für 2023 auf. Die Anteile bleiben im Wesentlichen gleich, eine leichte Abnahme des Individualverkehrs zugunsten von Luftverkehr und Eisenbahn ist jedoch zu beobachten. Die Zahlen beziehen sich allerdings nur auf den motorisierten Personenverkehr. Werden auch Fuß- und Fahrradverkehr einbezogen, so machen sie zusammen mit Eisenbahn und Öffentlichem Straßenpersonenverkehr im sogenannten Umweltverbund rund 20 Prozent des  gesamten Personenverkehrs aus (BMVI, 2017). Auch dieser Anteil bleibt seit Jahren stabil.

Infografik Personenverkehr

Das Auto: der Deutschen liebstes Kind

Die vorhergehenden Zahlen haben es bereits gezeigt: Der motorisierte Individualverkehr – insbesondere der Pkw – ist aktuell der wichtigste Mobilitätsbaustein im Personenverkehr. 644,8 Milliarden Kilometer wurden 2019 mittels Pkw zurückgelegt, rund 85 Prozent der Gesamtfahrleistung aller Kraftfahrzeuge.

Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte zum Stichtag 1.1.2020 47,7 Millionen Pkw in Deutschland, was knapp drei Viertel des gesamten Fahrzeugbestands in Deutschland in Höhe von 65,8 Millionen Fahrzeugen ausmacht und einen Bestandszuwachs von 1,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Mit diesen Zahlen ergibt sich eine Fahrzeugdichte von 701 Kfz je 1.000 Einwohner in Deutschland.

Laut dem Bericht 2019/20 des deutschen Mobilitätspanels lag der Führerscheinbesitz 2019 bei 91,3 Prozent (2010: 86,5 Prozent), wobei die Altersklasse der 36- bis 50-Jährigen mit 95,8 Prozent die höchste Führerscheinbesitzquote aufweist. Bei den über 70-Jährigen betrug der Führerscheinanteil 82,5 Prozent. Auch wenn der Führerscheinbesitz inzwischen fast schon selbstverständlich ist, gilt das nicht für die Verfügbarkeit eines Pkws. 63 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig über einen Pkw im Haushalt zu verfügen, 18 Prozent können dies zumindest gelegentlich nach Absprache im Haushalt oder mit Freunden tun und 11 Prozent verfügen über keinen Pkw. Die restlichen Befragten machten keine Angabe.

Wachstum der Branche setzt sich fort

Im Jahr 2020 zählte die Kfz-Versicherung – zuzüglich Kasko- und Kraftfahrt-Unfall-Policen  – 122,8 Millionen Verträge und setzt somit die positive Branchenentwicklung der Vorjahre fort. Den größten Anteil innerhalb der Kfz-Versicherung stellt mit knapp 55 Prozent die Kfz-Haftpflichtversicherung dar, da diese für alle Kraftfahrzeughalter verpflichtend ist. Den zweitgrößten Anteil bilden die Fahrzeugversicherungen mit 31,4 Prozent bei den Vollkasko- und 19,8 Prozent bei den Teilkasko-Versicherungen.

Bei der Anzahl der Anbieter von Kfz-Versicherungen ist für 2019 im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 89 auf 91 Versicherer zu verzeichnen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet zeichnet sich jedoch ein leichter Rückgang ab. So lag die Anzahl der Versicherungsunternehmen, die eine Kfz-Versicherung anbieten, 2014 noch bei 96.

Das war ein kleiner Einblick in den Mobilitätsbereich. In einem weiteren Beitrag werde ich noch die Mobilitätstrends unter die Lupe nehmen. Das komplette Zahlen, Daten, Fakten zum Thema Mobilität gibt es für unsere Forenpartner kostenfrei als Folienset auf unserer Webseite.

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Elisa Strey
Referentin Unternehmenskommunikation
Elisa Strey unterstützt seit 2019 das Team Unternehmenskommunikation & Partnerbetreuung. Sie verantwortet das Themendossier, eine Fachpublikation der Versicherungsforen Leipzig, und die Kommunikation des New Players Network.