Inputmanagement: Im Experteninterview mit unserem Forenpartner TCG

TCG gibt es in Deutschland seit 13 Jahren. Seit einem Jahr ist das Unternehmen Mitglied in unserem Partnernetzwerk. Zeit, TCG vorzustellen und einen Einblick in Projekte und Erfahrungen des IT-Unternehmens zu erhalten.

Typ:
Blogartikel
Rubrik:
Analytik & IT
Themen:
KI / AI / künstlische Intelligenz Automatisierung Business Process Modelling (BPM) und Automation
Inputmanagement: Im Experteninterview mit unserem Forenpartner TCG

TCG - kurze Vorstellung

TCG bietet Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen mit Schwerpunkt Automatisierung von Inputmanagement-Prozessen.

Den Anfang machte das Unternehmen als One-Man-Startup, inzwischen arbeiten in Deutschland 23 Mitarbeiter, die meisten mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet Inputmanagement. TCG ist Teil der inzwischen international etablierten TCG Gruppe mit Gesellschaften in zehn Ländern. Im Zuge der Digitalisierung konnten die Inputmanagement-Experten ein ordentliches Wachstum verzeichnen.

So zählte der IT-Dienstleister in Deutschland etwa 150 Kundeninstallationen mit dem Fokus auf Posteingang, inklusive der automatischen Verarbeitung von Dokumenten wie Eingangsrechnungen und Bestellungen.

Wo sind eure Berührungspunkte zu Versicherungen?

Versicherungen gehören zu den größten B2C-Organisationen. Sie erhalten massenhaft Input über verschiedenste Eingangskanäle, früher vor allem Papier, inzwischen vermehrt über E-Mail und mobile Endgeräte. Wir übernehmen die Digitalisierung und sukzessive Anpassung der Prozesse an die Bedürfnisse der Versicherungen. Bei einem großen Finanzdienstleister werden mit unserer Lösung die Vertriebsdokumente für alle Vertriebsgesellschaften inklusive Makler, Banken etc. verarbeitet. Dazu gehören u. a. Antragsformulare, Formulare in Bezug auf das Geldwäschegesetz und Vertragsunterlagen. Auch branchenspezifische Standards, wie zum Beispiel BiPro, sind ein Thema, das wir in unseren Prozessen berücksichtigen müssen.

Für ein weiteres Versicherungsunternehmen verarbeiten wir den gesamten Posteingang für Papier, Fax und E-Mail in einer Cloudlösung als Outsourcing.  Diese Cloud wurde in die IT-Systeme und das Sicherheitskonzept des Versicherungsunternehmens vollintegriert. Datenschutz und damit verbundene Themen wie Verschlüsselung sind ein wichtiger Faktor in einem solchen Projekt.

Aufgrund unserer einschlägigen Erfahrungen mit der Verarbeitung von Eingangsrechnungen verarbeiten wir auch die Abrechnungsbelege großer privater Krankenversicherungen inklusive der komplexen Abrechnungsmodalitäten in diesem Umfeld.

Eigentlich können wir mit unserer Klassifikation, kombiniert mit einem sehr umfassenden regelbasierten Ansatz, Prozesse über alle Inputbereiche der Assekuranz abbilden.  

Welche Vorteile ergeben sich dadurch für die Versicherungen?

Eine unserer Stärken liegt definitiv in der Kombination verschiedener Technologien. Wir integrieren auf einer Prozessplattform KI, um dynamisch und anpassungsfähig zu sein, kombiniert mit regelbasierten Technologien für gleichzeitig präzise Ergebnisse.

Die Prozessplattform ermöglicht die agile Erstellung von Verarbeitungsprozessen und deren flexible Erweiterung und Anpassung bei Bedarf um neue Prozesse, Eingangskanäle oder Dokumenttypen. Hinzu kommt die nahtlose Integration in die bestehenden Systeme.

Versicherungen müssen sich schnell anpassen können, um Änderungen und neue Anforderungen der Kunden umzusetzen. Daher ist es sehr wichtig, dass sie bei der Einführung einer digitalen Lösung unabhängig bleiben. Versicherungen können also selbst ihre Prozesse anpassen und neue Dokumenttypen hinzufügen, ohne hierfür neue Leistungen zu beziehen.

Ein weiteres großes Thema ist die zunehmende Ressourcenknappheit, gerade in Hinblick auf IT-Ressourcen für Administration und Anpassungen. Wie gesagt, bieten wir unsere Lösungen auch als SaaS in der Cloud und übernehmen den kompletten Systembetrieb der Prozesse und der darunter liegenden Infrastruktur. Dazu arbeiten wir eng mit deutschen Cloud-Anbietern zusammen.  

Wie ist die Versicherungsbranche eurer Meinung nach bei
automatisierten Prozessen aufgestellt?

Die Unternehmen sind auf jeden Fall sehr prozessgetrieben, da es sich um riesige Dokument- und Datenmengen handelt, vergleichbar mit dem Bankensektor. Diese großen Organisationen sind oft in sehr komplexen Prozessen gefangen, die nicht durchgängig digitalisiert sind. Als Lösung werden oft RPA-Tools zur Überbrückung der “Digitalisierungslücken” eingesetzt, wobei noch komplexere Prozessketten entstehen, die langfristig zusätzliche Abhängigkeiten schaffen.

Die langfristig bessere Lösung ist aus unserer Sicht, die Prozessinfrastruktur durchgängig auf einer Plattform zu designen, die hinreichend flexibel und anpassungsfähig ist. So vermeidet man einen Systemflickenteppich, der wiederum viel Administrationsaufwand benötigt.

Im Moment gewinnt man außerdem den Eindruck, dass in KI ein Allheilmittel gesucht wird. Dabei wird oft übersehen, dass viele Daten bereits eindeutig im Unternehmen vorhanden sind, diese aber nur in die Prozesse einbezogen werden müssten.

Bei vielen Versicherungsunternehmen ist die Anbindung mobiler Kanäle und sozialer Medien ein wichtiges Zukunftsthema. Smartphones werden zum Hauptkommunikationsmittel zwischen Kunden und Unternehmen.

Habt ihr noch weitere Produktideen mit Relevanz für die Assekuranz?

Ja, gerade die Datenanalyse der bestehenden digitalen Prozesse bietet Versicherungen großes Potential zur Produktivitätssteigerung. Wir bieten Business-Intelligence-Lösungen zur kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung der digitalen Prozesse. Bei der steigenden Anzahl und Komplexität digitaler Prozesse wird es immer wichtiger, die generierten Daten zu analysieren und laufend Maßnahmen für Verbesserungen einzuleiten.

Systeme sind zudem effizienter, je früher Entscheidungen getroffen werden- wir ergänzen unsere Inputmanagement-Lösungen um Workflowprozesse und übernehmen die Datenaufbereitung und Vervollständigung bereits im Vorfeld an den Export. So entlasten wir die nachfolgenden Fachprozesse und erzielen eine schlanke und effiziente Bearbeitung.

Und wie schon gesagt, betrifft uns als Inputmanagement-Anbieter besonders auch die Einbindung von mobilen Endgeräten als Eingangskanal und Kommunikationsschnittstelle bei Rückfragen. Die Hauptschnittstelle zum Kunden ist bereits oft und wird künftig noch stärker das mobile Endgerät sein.