Nachhaltigkeit im Schadenmanagement – Werden die Versicherer „grün“?
Auch Versicherungsunternehmen haben das Thema der Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsprozesse und Produkte auf dem Schirm – allerdings erst als Nachzügler, verglichen mit anderen Unternehmen auf dem deutschen Markt. Während umweltbewusste und faire Produktion in der Konsumgüterindustrie und „grüne“ Banken schon länger Thema sind, versuchen auch die Versicherungen dem Trend und den veränderten Anforderungen ihrer Kunden zu folgen. Auf den ersten Blick fragen wir uns, wie nachhaltig dieser Trend und die Bestrebungen sind. Oder ist es am Ende nur eine Art des Marketings? Bilden Sie sich gern ein Urteil und lassen Sie es uns wissen!
Nachhaltigkeit in der Schadenbearbeitung
Die nachhaltige Gestaltung des Schadenmanagements der Versicherungsunternehmen ist ein wenig kommuniziertes Thema. Dabei ist gerade eine umweltverträgliche Regulierung entlang der Schadenwertschöpfungskette eine Möglichkeit des nachhaltigen Wirtschaftens, die so für keine andere Branche zugänglich ist. Versicherungsunternehmen, die in ihren Policen nachhaltige Leistungen anbieten und nachhaltiges Schadenmanagement fördern, geben ihren Kunden aktiv die Möglichkeit, den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten. Es gibt bereits Versicherungsunternehmen, die in ihren neuen Produkttarifen eine nachhaltige Komponente integriert haben, die sich im Schaden- und Leistungsfall auswirkt:
Nachhaltigkeit in der Schadendienstleistung
Diese Ansätze sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Versicherungsunternehmen. Jedoch wird ein Faktor, der erheblichen Einfluss auf das gesamte Schadenmanagement der Versicherungen hat, weitestgehend ignoriert: die eingesetzten Dienstleister. Die Arbeitsmethoden und verwendeten Materialien der Schadendienstleister haben eine direkte Wirkung darauf, wie nachhaltig der gesamte Schadenprozess ist. Genutzt wird dieser Einfluss allerdings nicht, dabei könnte ein nachhaltiges Schadenmanagement, das richtig kommuniziert wird, in der derzeitigen schwierigen Marktlage ein echter Wettbewerbsvorteil für Versicherungsunternehmen sein.
Erst auf den zweiten Blick auch ökologisch nachhaltig
Schadendienstleister nach ihrem Ansatz zu nachhaltigem Arbeiten
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass im Bereich der Nachhaltigkeit noch viel Luft nach oben ist. Die Versicherer agieren teilweise bereits wissend und auch unwissend nachhaltig. Bei den meisten Kunden kommt nachhaltiges Handeln gut an. Studienergebnisse der Strategieberatung zeb aus 2016 zeigen, dass sich 85 Prozent der Versicherungskunden im Zweifelsfall für das nachhaltiger agierende Unternehmen entscheiden. Doch kommunizieren weder die Dienstleister, noch die Versicherungsunternehmen selber, dass eine umweltbewusste Regulierung möglich ist und zum Teil schon durchgeführt wird. Zudem verkennen die Versicherer Ihren Einfluss auf den Kunden, denn tatsächlich sind diese in der Position Anreize zu setzen und somit nachhaltiges Handeln zu fördern. Ein Beispiel hierfür ist das Thema e-Autos: In Deutschland ist der Markt für e-Autos und Car-Sharing im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch unausgereift. Von Versicherungen gesetzte Anreize zum Kauf eines umweltschonenderen Autos könnten dem negativen Trend entgegenwirken.
10 Jahre MKS – 10 Wochen Berichterstattung rund um das Thema Schadenmanagemen: Alle Beiträge zum Messekongress »Schadenmanagement & Assistance« finden Sie unter http://www.versicherungsforen.net/mks10.