FemHealth: Warum die Versicherungswirtschaft weibliche Gesundheit neu denken muss

Weibliche Gesundheit im Fokus: Entdecken Sie den Megatrend FemHealth, konkrete Produktchancen für Versicherer und Insights aus unserem Trendradar!

Typ:
Blogartikel
Rubrik:
Strategie & Innovation
Themen:
Trends Gesundheit
FemHealth: Warum die Versicherungswirtschaft weibliche Gesundheit neu denken muss

Endometriose* betrifft schätzungsweise jede zehnte Frau. Die durchschnittliche Zeit bis zur Diagnose liegt bei sieben bis zehn Jahren. In vielen Versicherungsprodukten spielt die Erkrankung kaum eine Rolle. Dieses Erkrankungsbeispiel ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für eine Branche, die weibliche Gesundheitsthemen lange systematisch unterbewertet hat. FemHealth ist der Trend, der das gerade ändert. Angetrieben wird dieser insbesondere von parallel verlaufenden Trends wie Gender Shift und Awareness, aber auch durch FemTechs, also Technologieunternehmen, die digitale Lösungen für weibliche Gesundheit entwickeln. Dazu gehören Apps zur Zyklusverfolgung wie Clue oder Natural Cycles, Wearables, die hormonelle Muster erkennen, und KI-gestützte Plattformen, die beispielsweise Endometriose-Symptome auswerten und Betroffene schneller zur richtigen Diagnose führen sollen. Der globale FemTech-Markt wurde 2023 auf rund sechs Milliarden US-Dollar geschätzt und wächst weiter. 

Ein erkannter, aber noch weitgehend unbearbeiteter Markt 

Klassische Kranken- und Lebensversicherungsprodukte wurden historisch auf Basis männlicher Gesundheitsdaten entwickelt. Das zeigt sich an konkreten Stellen: Herzinfarkte äußern sich bei Frauen häufig durch andere Symptome als bei Männern und werden deshalb seltener rechtzeitig erkannt. Wechseljahresbeschwerden, die Schlaf, Konzentration und Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigen können, tauchen in kaum einem Leistungskatalog auf. Fertilitätsbehandlungen wie IVF, deren Kosten schnell in den fünfstelligen Bereich gehen, sind in den meisten Standardprodukten nicht abgedeckt.  

International beginnen erste Versicherer, das zu ändern. Britische Krankenversicherer bieten Menopause-Unterstützung bereits als Zusatzbaustein an, einzelne US-amerikanische Arbeitgeber übernehmen Kosten für das Einfrieren von Eizellen als Benefit. In Deutschland ist das noch die Ausnahme. Dass das Bewusstsein für den Nachholbedarf wächst, zeigt auch unsere User-Group-Befragung 2025: Gesundheit 2.0, zu der FemHealth explizit gehört, wurde als relevanter Megatrend benannt. Gleichzeitig beschreibt ein großer Teil der Befragten die eigene interne Aufstellung dafür als noch nicht ausreichend. 

FemHealth: Konkrete Ansatzpunkte für Produkt und Vertrieb in Versicherungen

In der betrieblichen Krankenversicherung entstehen gerade neue Möglichkeiten. Menopause-Coaching am Arbeitsplatz, psychologische Begleitung nach einer Fehlgeburt oder Unterstützung bei Fertilitätsbehandlungen sind Bausteine, mit denen sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber positionieren können und die gleichzeitig einen echten Beitrag zur Mitarbeitendengesundheit leisten. Für Versicherer, die solche Bausteine anbieten, öffnet das einen wachsenden Markt, der bisher kaum besetzt ist. 

Darüber hinaus ermöglichen FemTech-Daten aus Cycle-Trackern oder hormonsensitiven Wearables bei entsprechender Einwilligung neue Ansätze in der Prävention und im Versorgungsmanagement. Wer erkennt, dass hormonelle Veränderungen mit bestimmten Krankheitsverläufen korrelieren, kann Versicherte früher ansprechen und Angebote gezielter gestalten. Das setzt einen sorgfältigen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten voraus, bietet aber echtes Potenzial für eine bedarfsgerechtere Produktentwicklung. 

Das Thema reicht allerdings über die Produktebene hinaus. Versicherungsunternehmen, die FemHealth intern ernst nehmen, also beispielsweise menstruationsbedingte Fehltage ohne Stigma handhaben oder Führungskräfte in den Wechseljahren aktiv unterstützen, werden das auch glaubwürdiger nach außen kommunizieren können. Wer als Erstes passende Produkte entwickelt, Kooperationen mit FemTech-Anbietern eingeht und Zielgruppen anspricht, die bisher vom Markt weitgehend ignoriert wurden, sichert sich einen Vorsprung in einem Segment mit klarem Wachstumspotenzial. 

Den Überblick behalten: FemHealth und weitere Zukunftstrends im Blick

FemHealth ist einer der 87 Subtrends, die unsere Fachexperten identifiziert, analysiert und in vier Handlungsstufen eingeordnet haben. Im Trendradar – unserem Softwaretool für Trendscouting und Trendmanagement – werden all diese Subtrends mit detaillierten Beschreibungen, konkreten Use Cases und praxisnahen Best Practices vorgestellt. 

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*Endometriose ist eine chronische Erkrankung. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter.

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