we.Xplore 2026: Warum Menschlichkeit zum Wettbewerbsvorteil der Versicherungsbranche wird

Beim we.Xplore 2026 diskutierten Expertinnen und Experten, wie Versicherer Emotionen, Vertrauen, Regulierung und KI für Kundennutzen und erfolgreiche Transformation einsetzen können.

Typ:
Blogartikel
Rubrik:
Strategie & Innovation
Themen:
Innovationen Trends
we.Xplore 2026: Warum Menschlichkeit zum Wettbewerbsvorteil der Versicherungsbranche wird

Der Beitrag fasst die wichtigsten Impulse des Business-Partner-Festivals we.Xplore 2026 zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Frage, wie Versicherer Emotionen und Vertrauen als Stärken nutzen, regulatorische Anforderungen in Kundennutzen übersetzen und technologische Veränderungen gemeinsam mit den Mitarbeitenden gestalten können. Ein Graphic Recording fasst die Themen und Impulse der Trendpitches visuell zusammen.

Beim Business-Partner-Festival we.Xplore 2026 standen Trends, Austausch und die Zukunft der Versicherungsbranche im Mittelpunkt. Moderatorin Dr. Sina Plietzsch von den Versicherungsforen Leipzig eröffnete den Tag mit einer Frage: Was wird möglich, wenn Unternehmen Vertrauen, Empathie, Kreativität und Perspektivwechsel als Stärken begreifen? In Keynotes, Trendpitches und Diskussionen ging es darum, wie Versicherer technologische und regulatorische Veränderungen nutzen können, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.

Emotionen und Vertrauen machen den Unterschied

Marcus Ernst von der Europa-Park GmbH zeigte in seiner Keynote, welche Bedeutung Emotionen für Kundenerlebnisse haben. Versicherer beschäftigen sich mit existenziellen Risiken wie Verlust, Krankheit und Tod. Entscheidend sei, diese Risiken verständlich und greifbar zu machen, statt Ängste zu schüren. Zugleich müsse Technologie vor allem dort eingesetzt werden, wo sie Prozesse effizienter macht. Im direkten Kundenkontakt bleibe Menschlichkeit zentral.

„Wer glaubt, dass Emotionen nichts mit dem Versicherungsbusiness zu tun haben, wird in fünf Jahren vom Markt verschwunden sein.“
Marcus Ernst, Europa-Park GmbH

Die Trendpitches machten deutlich, wie breit sich diese Frage durch die Branche zieht: von Prävention, Assistance und Kreislaufwirtschaft über Vertrauen im Vertrieb und Mensch-KI-Teams bis zu GenAI, Deepfakes, digitaler Souveränität und Kundenzentrierung. Das Graphic Recording der Trendpitches hält die Themen und zentralen Gedanken des Vormittags visuell fest.

Graphi Recording Trendpitches

Mehrere Impulse verwiesen auf eine gemeinsame Erkenntnis: Technische Möglichkeiten schaffen erst dann einen Unterschied, wenn sie konkrete Kundenprobleme lösen und von Menschen sinnvoll eingesetzt werden.

„Technik allein ist kein Differenzierungsmerkmal mehr. Die Beziehung zum Kunden ist das, was uns unterscheidet.“
Diana Ehrenberg, Versicherungsforen Leipzig

Auch die Diskussion zu Open Finance und Regulierung rückte den Kundennutzen in den Mittelpunkt. Datenportabilität und Vorgaben wie der Data Act könnten neue Services ermöglichen, etwa durch Daten aus vernetzten Autos oder Sensoren im Smart Home. Voraussetzung seien eine gute Datenqualität und der Wille, regulatorische Muss-Projekte für tatsächliche Veränderungen zu nutzen. Prävention kann zudem Schäden und Kosten besser kalkulierbar machen.

Transformation braucht Menschen, klare Ziele und Umsetzung

In der Diskussion „Transform or Be Transformed“ ging es um den Weg vom Pilotprojekt zur Skalierung. Die Gesprächspartner aus Versicherungswirtschaft und Start-up-Welt betonten, dass Mitarbeitende das Zielbild und den Weg dorthin verstehen müssen. Veränderung braucht Impulse von oben ebenso wie Beiträge aus der Organisation. Transparenz sei wichtig, aber auch der Zeitpunkt: Sie werde besonders relevant, wenn Beschäftigte die Veränderung im Arbeitsalltag erleben.

Die Runde sah Vorteile für Versicherer in ihrer Kundennähe und im Vertrauen, das ihrem Geschäftsmodell zugrunde liegt. Von Start-ups könnten sie radikale Kundenzentrierung, ein datengetriebenes Mindset und pragmatisches Vorgehen übernehmen. Umgekehrt erinnerte die Diskussion daran, dass Technologie die Bedeutung des Menschen und das langfristige Verhalten von Kundinnen und Kunden nicht ersetzt.

Die abschließende Keynote von Eva-Maria Terrahe, Principal Project Manager Transformation bei der BarmeniaGothaer, brachte Erfahrungen aus einem Unternehmenszusammenschluss ein. Eine erfolgreiche Integration braucht gemeinsame Strukturen, eine neue Identität und eine gemeinsame Richtung. Terrahe hob drei Aspekte hervor: zügig entscheiden, verständlich kommunizieren und den Emotionen der Mitarbeitenden Raum geben.

„Wir muten unseren Leuten viel zu, aber es ist auch wichtig, hier zügig zu entscheiden.“
Eva-Maria Terrahe, BarmeniaGothaer VVaG

Über die Programmpunkte hinweg zog sich eine klare Klammer: Innovation entsteht, wenn Bereiche nicht isoliert arbeiten und technologische Veränderungen mit Kundennutzen, Zusammenarbeit und Vertrauen verbinden. Oder, wie Robert Schnoeckel es auf den Punkt brachte:

„Transformation entsteht durch Menschen, nicht durch Lizenzen.“
Robert Schnoeckel, Versicherungsforen Leipzig

Zum Abschluss danken wir allen Referentinnen und Referenten, Ausstellern und Teilnehmenden, die we.Xplore 2026 mit ihren Impulsen, Gesprächen und Perspektiven gestaltet haben. Am 8. September geht we.Xplore in die nächste Runde.

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